Dann kniet er da für Deutschland - Kreis-SPD erinnert an den Kniefall von Willy Brandt in Warschau vor 50 Jahren

Kreisvorstand

Dr. Bernd Vilsmeier (li.) und Franz Wimmer (re.) am Denkmal am Willy-Brandt-Platz

"Dann kniet er, der das nicht nötig hat, da für alle, die es nötig haben, aber nicht da knien – weil sie es nicht wagen oder nicht können oder nicht wagen können. Dann bekennt er sich zu einer Schuld, an der er selber nicht zu tragen hat, und bittet um eine Vergebung, derer er selber nicht bedarf. Dann kniet er da für Deutschland", treffender als die Worte des Spiegel-Reporters Hermann Schreiber von damals können dieses Ereignis nicht beschreiben, das sich am 07. Dezember 1970, also vor genau 50 Jahren in Warschau abspielte, erklärt SPD-Kreisvorsitzender Dr. Bernd Vilsmeier zum Kniefall von Friedensnobelpreisträger und Bundeskanzler Willy Brandt am Ghetto-Denkmal in Warschau. Die Polen ehrten im Jahre 2000 Willy Brandt mit einem Denkmal und dem "Willy-Brandt-Platz" ganz in der Nähe des Ghetto-Denkmals und des hochinteressanten Jüdischen Museums.

Am 07. Dezember 1970 unmittelbar vor der Unterzeichnung des „Vertrags über die Grundlagen der Normalisierung ihrer gegenseitigen Beziehung“ – den so genannten „Warschauer Vertrag“ – legte Bundeskanzler Willy Brandt am Ehrenmal der Helden des Warschauer Ghettos einen Kranz nieder – völlig unerwartet kniete er nieder. Auch der damalige polnische Ministerpräsident Josef Cyrankiewicz, selbst ein Überlebender aus Auschwitz, war von dieser Geste sichtlich überrascht. Nach dem Besuch des Museums der Geschichte der polnischen Juden, das direkt neben dem Denkmal des Warschauer Ghettos steht, so Vilsmeier, wird einem diese Geste umso verständlicher, da Willy Brandt noch zu der Generation gehörte, die den Terror und die Unmenschlichkeit des Nazi-Regimes noch am eigenen Leibe verspürten. Mit Worten kann und konnte man diese Verbrechen an Millionen von Menschen einfach nicht ausdrücken.
Mit dem Moskauer und Warschauer Vertrag von 1970 legte der damalige deutsche Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger von 1971 Willy Brandt den Grundstein für die Annäherung von Ost und West, erklärte Vilsmeier. Mit der Politik „der kleinen Schritte“ und dem „Wandel durch Annäherung“ erkannte Brandt die politischen Tatsachen als Folge des Zweiten Weltkrieges zwar an, um aber in weiteren Schritten die Folgen der Teilung Deutschlands und Europas für die Menschen abzumildern und schließlich zu überwinden. Glücklicherweise leben wir nun in einer Zeit, in der wir problemlos innerhalb Europa reisen und uns mit anderen Menschen treffen können, so Vilsmeier, Willy Brandt schuf die Basis dafür.
Deshalb ist es richtig und wichtig unsere Nachbarn beim Aufbau ihrer Kommunalverwaltungen zu unterstützen, was der primäre Grund der Partnerschaft zwischen Dingolfing-Landau und Marklkofen mit dem Landkreis Lomza und der Gemeinde Sniadowo ist, betonte Vilsmeier, aber auch um persönliche Kontakte zwischen den Bürgern aus beiden Ländern herzustellen: Denn was man kennt und schätzt, davor fürchtet man sich nicht und verhindert Vorurteile.

 

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